Galvanisieren mit der Heim-Galvano-Technik

Kurz erklärt: Galvanisieren (Elektroplattieren) ist ein elektrochemischer Prozess, bei dem mithilfe von Gleichstrom Metall-Ionen aus einem Elektrolyten auf der Oberfläche eines Gegenstandes abgeschieden werden – z. B. um einen Schlüssel zu versilbern oder einen Anhänger zu vergolden. Mit der Heim-Galvano-Technik lässt sich dieses Prinzip mit einfachen Mitteln im eigenen Haushalt anwenden: entweder mit dem handgeführten Tamponverfahren oder durch vollständiges Eintauchen in ein Galvanikbad.
Wie funktioniert Galvanisieren? Das physikalische Grundprinzip
Die folgende einfache Versuchsanordnung macht die Zusammenhänge deutlich: In eine Glaswanne, die mit einem Elektrolyten (z. B. einem Kupfer-Elektrolyten) gefüllt ist, wird auf der einen Seite ein metallischer Gegenstand (z. B. ein Schlüssel) und auf der anderen Seite ein Stück Kupferblech eingehängt.
Beide Teile sind mit Drähten befestigt. Im Elektrolyt – dem sogenannten galvanischen Bad – befindet sich Kupfer, allerdings in chemisch gelöster Form, wodurch das Metall unsichtbar ist. Schließt man nun eine Gleichstromquelle (z. B. eine Batterie) mit dem Pluspol an das Kupferblech und mit dem Minuspol an den Schlüssel an, fließt Strom durch das Bad, und die unsichtbaren Kupferteilchen wandern zum Schlüssel und schlagen sich auf der Oberfläche als sichtbare Kupferschicht ab. Ohne hier die physikalischen Einzelheiten zu erklären, zeigt dieser Versuch in einfachster Form das galvanische Prinzip.
Bei den HEIM-GALVANO-Techniken wird genau dieses Prinzip verwendet – die Zusammenhänge lassen sich damit schnell nachvollziehen.

Tamponverfahren vs. Galvanisieren im Bad – welches Verfahren passt?
| Kriterium | Tamponverfahren | Galvanisieren im Bad |
| Geeignet für | Große, feste Gegenstände (Schlüssel, Münzen, Schmuckstücke) | Kleinteile, Ketten, filigrane Objekte, nichtmetallische Gegenstände |
| Stromquelle | Batterien (erste Versuche) oder Netzgerät | Ausschließlich Netzgerät |
| Handling | Handgeführter Galvanisierstab mit Schwämmchen | Objekt wird vollständig in die Wanne eingehängt |
| Vorbehandlung nichtleitender Materialien | Nicht vorgesehen | Mit Leitlack notwendig |
| Typische Dauer | Ca. 1 Minute bis wenige Minuten je Auflage | 3–10 Stunden, je nach gewünschter Schichtdicke |


Das Tamponverfahren – Schritt für Schritt
1. Säubern und Polieren
Der zu galvanisierende Gegenstand muss völlig sauber und hochglänzend poliert sein. Mit dem beigefügten Metallputzmittel oder einem ähnlichen Putzmittel und Lappen bzw. Papiertaschentuch den Gegenstand so lange behandeln, bis er makellosen Hochglanz zeigt. Je besser der Hochglanz, desto schöner wird später die galvanische Auflage. Der galvanische Überzug gleicht keine raue Oberfläche oder Kratzer aus! Wenn nur zum Schutz galvanisiert wird – z. B. mit Nickel als Rostschutz –, ist Hochglanz nicht zwingend erforderlich.
2. Das Galvanisiergerät vorbereiten
Den richtigen Galvanisierkopf und das passende Schwämmchen wählen. Das entsprechende Schwämmchen in Wasser einweichen und wieder gut ausdrücken. Das nun nur noch feuchte Schwämmchen mit einer Öse an einem Haken des Galvanisierkopfes einhängen, vorsichtig darüberziehen und mit der anderen Öse am zweiten Haken fixieren. Den Galvanisierkopf anschließend in das Rohr des Galvanisiergeräts stecken.
Die verschieden gefärbten Schwämmchen sind von gleicher Beschaffenheit – die Färbung soll dem Anwender jedoch ermöglichen, für einen bestimmten Elektrolyten immer dasselbe Schwämmchen zu verwenden. Grund: Verunreinigungen oder Vermischungen können Elektrolyte unwirksam machen.
3. Stromversorgung anschließen
Über ein Netzgerät mit 2,5-mm-Stecker: 3 Volt Gleichspannung, ca. 250–300 mA Stromstärke. Bitte keine höhere Spannung verwenden. Den Stecker nur so weit in den Galvanisierstab einführen, dass er leicht einrastet – an der Spitze des Steckers muss „Plus“ anliegen.
Für einen ersten Versuch können auch Batterien verwendet werden (2 Babyzellen à 1,5 Volt), aber bitte nur frische Alkaline-Batterien, Pluspole nach oben. Wer ernsthaft galvanisieren möchte, verwendet ein Netzteil. Bitte keine Batterien im Gerät belassen, wenn mit einem Netzgerät gearbeitet wird.

4. Galvanisieren
Den zu galvanisierenden Gegenstand an der Krokodilklemme des Galvanisierstab-Kabels anklemmen. Etwas Elektrolyt in einen kleinen Kunststoff- oder Glasbehälter gießen – zunächst nur wenig, später je nach Bedarf mehr, aber immer nur so viel wie gebraucht wird. Eine verunreinigte oder verbrauchte Restmenge sollte am Ende nicht zurückgefüllt werden. Mit dem Elektrolyt kann so lange galvanisiert werden, bis die Metallabscheidung aufhört; dann ist es erschöpft und muss ersetzt werden.
Der mit dem Schwämmchen überzogene Galvanisierkopf wird in das Elektrolyt getaucht, danach wird der Gegenstand über dem Elektrolyt-Behälter mit etwas Druck und langsamen, ruhigen Bewegungen bestrichen.
Wichtiger Hinweis: Das Elektrolyt nicht wie Farbe auf den Gegenstand auftragen! Beim Galvanisieren wird nichts „aufgetragen“ – durch die Wirkung des Stroms werden Metall-Ionen auf der Oberfläche abgeschieden. Dieser Vorgang braucht Zeit und setzt eine gute Berührung zwischen Schwämmchen und Gegenstand voraus. Den Galvanisierkopf daher nicht verkanten. Wer das Elektrolyt „wie Farbe aufträgt“, unterbricht ständig den Stromkreis – der Strom fließt nur kurzzeitig, das Ergebnis wird entsprechend schlecht. Das Schwämmchen also ruhig auf dem Gegenstand belassen und mit leichtem Druck hin- und herreiben, dabei immer wieder eintauchen und tropfnass halten.
5. Nachbehandlung
Sobald die galvanische Schicht die gewünschte Stärke erreicht hat, den Gegenstand unter fließendem Wasser spülen und abtrocknen. Danach mit Poliertuch, Papiertaschentuch oder weichem Lappen kräftig polieren, bis alle matten Stellen verschwunden sind und Hochglanz entsteht. Gegebenenfalls den gesamten Vorgang wiederholen.
Das Metallputzmittel ist nicht für das Endpolieren vorgesehen. Stellt sich der Hochglanz am Schluss nicht richtig ein, kann es wie folgt angewendet werden: dünn mit dem Finger auf den Gegenstand auftragen, vollständig antrocknen lassen, bis ein weiß-grauer Belag sichtbar wird, erst dann vorsichtig polieren.
Der erste Versuch: Eine Münze vergolden und versilbern
Eine Zweicentmünze gründlich mit Lappen, Küchenpapier und Metallputzmittel reinigen, dann gut abspülen – die Münze muss am Schluss wie neu aussehen. Einen Streifen Küchen-Alufolie nehmen und die Krokodilklemme des Galvanisierstabes daran anklemmen. Die Münze auf den Streifen legen – so entsteht ein guter Kontakt.
In einen kleinen Kunststoff- oder Glasbehälter ein paar ml Silber-Elektrolyt gießen. Das Schwämmchen am Galvanisierkopf gut tränken, dann die Münze langsam und ruhig, ohne abzusetzen, bestreichen. Die Münze verändert sofort ihre Farbe und wird blau-schwarz. Nach ca. 1 Minute die Münze mit Wasser spülen und mit einem Lappen polieren – unter der dunklen Schicht kommt die blanke Silberauflage zum Vorschein.
Das kaum gebrauchte Silber-Elektrolyt zurückschütten, dann den Vorgang mit Gold-Elektrolyt auf der anderen Seite der Münze wiederholen. Auch die Goldauflage verlangt nach dem Galvanisieren gründliches Polieren. Zwischen den beiden Galvanisiervorgängen den Schwämmchenwechsel und das Spülen der Wanne nicht vergessen! Am Ende alle Teile gut mit Wasser reinigen. Sind die Galvanisierköpfe nach einiger Zeit korrodiert, diese wieder blank machen.
Vor weiteren Versuchen wird dringend empfohlen, die gesamte Anleitung einmal durchzulesen – das bewahrt vor unnötigen Misserfolgen.


Wichtige Grundlagen für sichere und gute Ergebnisse
- Den Gegenstand beim Galvanisieren immer nur mit dem nassen Schwämmchen berühren – eine direkte Berührung mit dem metallenen Galvanisierkopf verbraucht unnötig viel Strom, was besonders bei Batteriebetrieb ungünstig ist.
- Darauf achten, dass die Krokodilklemme (–) nicht das Aufsteckrohr am Galvanisiergerät oder den Galvanisierkopf (+) berührt. Der Stromkreis wäre sonst geschlossen, die Batterien schnell leer bzw. das Netzgerät überlastet.
- Beginnt der Galvanisiervorgang bei Silber und Kupfer nicht innerhalb von Sekunden, zunächst den Stromfluss prüfen: Ein Taschenlampenbirnchen mit dem Gewinde an die Krokodilklemme halten und mit dem Mittelpol des Birnchens den Galvanisierkopf berühren – das Birnchen muss aufleuchten.
- Polaritätstest mit einer Kartoffel: Eine halbe Kartoffel nehmen und zwei Kupferdrähte im Abstand von ca. 0,5–1 cm in die Schnittfläche stecken. Die Drähte mit der schwarzen Krokodilklemme und dem Galvanisierkopf verbinden. Nach ca. 2–5 Minuten bildet sich um den Pluspol ein bläulich-grüner Ring.
- Manche Metallgegenstände sind mit unsichtbaren Schutzlacken überzogen. Diese müssen vor dem Galvanisieren mit einem Lösungsmittel (z. B. Verdünner) entfernt werden. Eloxierte Gegenstände lassen sich generell nicht galvanisieren.
- Zeigen sich in Fläschchen mit unverbrauchtem Elektrolyt Kristalle oder Flocken (durch zu kalte Lagerung entstanden), verschwinden diese durch leichtes Erwärmen auf 25–40 °C und Schütteln.
- Verfärbt sich das Schwämmchen beim Galvanisieren (z. B. dunkelblau beim Vergolden), ist das normal; ein Teil der Verfärbung lässt sich wieder auswaschen.
- Beim Galvanisieren nicht zu früh aufhören – lieber etwas länger galvanisieren, damit die Schicht eine gut deckende Dicke bekommt. Das ist besonders beim Rostschutz durch eine Nickel- oder Kupferauflage wichtig. Für besonders guten Rostschutz zuerst verkupfern und danach Nickel in nicht zu dünner Schicht auftragen. Eine Zwischenspülung während des Vorgangs kann die Abscheidung begünstigen.

Materialeignung im Überblick
| Material | Vorgehen |
| Messing, Kupfer, Nickel, Eisen | Direkt galvanisierbar; bei Eisen zuerst Kupfer-I-Elektrolyt als erste Schicht |
| Edelstahl (z. B. Nirosta), Chrom | Vor dem Verkupfern/Versilbern zwingend vorvernickeln; bei Batteriebetrieb ist Vorvernickelung Pflicht |
| Zinn, Blei | Zuerst mit Kupfer-I galvanisieren (nicht zu dünn), polieren, dann Nickelschicht auftragen, erneut polieren – erst danach Gold/Silber |
| Aluminium | Zunächst mit Scheuermilch/-pulver und feuchtem Lappen die Oxidschicht entfernen (möglichst trocken arbeiten), spülen, mit Metallputzmittel nachreinigen, spülen, dann erste Auflage mit Kupfer (Abscheidung erfolgt langsamer) |
| Verzinnte/verzinkte Gegenstände (z. B. Weißblech, verzinkte Schrauben) | Nicht direkt mit Kupfer-II galvanisieren (Gefahr von Schwarzfärbung) – stattdessen Kupfer-I verwenden |
| Eloxierte Gegenstände | Nicht galvanisierbar |
| Nichtmetallische Gegenstände (Kunststoff, Blätter, Holz) | Nur mit Leitlack vorbehandelt und im Bad-Verfahren |
Weitere materialspezifische Hinweise
Das Gold-Elektrolyt enthält echtes, 24-karätiges – also reines – Gold. Die Konzentration ist zwangsläufig geringer als z. B. bei Kupfer-Elektrolyten, weshalb der Niederschlag beim Galvanisieren auch etwas langsamer erfolgt.
Wird das Kupfer-II-Elektrolyt (Verbrauchsmaterial) beim Tamponverfahren verwendet, ist es 1:1 mit Wasser zu verdünnen.
Beim Galvanisieren mit Silber tritt meist zunächst eine bläuliche Färbung ein, die jedoch beim Polieren verschwindet.
Beim Galvanisieren mit Nickelelektrolyt mit dem Galvanisierkopf kreisende Bewegungen ausführen, da sonst in der Abscheidung Absätze auftreten können – Kopf mit Schwämmchen dabei immer gut nass halten. Wer verchromte Teile galvanisieren möchte, sollte ein Netzgerät verwenden, da eine nicht konstante Spannung bei Batteriebetrieb zu unbefriedigenden Ergebnissen führen kann. Die Nickelschicht auf Edelstahl oder Chrom (gelblich-silbern) braucht nicht besonders dick zu sein, da sie nur als Haftgrund dient – muss aber den Untergrund vollständig abdecken.
Unterlässt man bei weichen Grundmetallen die Vorgalvanisierung, kann es vorkommen, dass die Goldauflage teilweise im Grundmetall „verschwindet“ – besonders wenn die Oberfläche keinen guten Hochglanz zeigt bzw. relativ rau ist. Dies kann auch noch nach einiger Zeit passieren, weshalb es sich lohnt, die Vorschichten sorgfältig und sauber aufzutragen.
Teilweises Galvanisieren durch Abdecken
Deckt man einen Teil des Gegenstandes ab und verhindert dort die Galvanisierung, lassen sich reizvolle Effekte erzielen, da zwei oder mehr unterschiedliche Metalloberflächen nebeneinander entstehen. Das Abdecken kann z. B. mit Fingernagellack erfolgen, der anschließend mit Nagellackentferner oder Verdünnung wieder entfernt wird.
Beispiel: Man schreibt Namensanfangsbuchstaben mit verdünntem Nagellack auf ein kupfernes Armband, das versilbert werden soll. Nach dem Versilbern wird der Lack entfernt – die Buchstaben stehen dann kupferfarben im silbernen Umfeld.

Das Galvanisieren im Bad
1. Kleinteile galvanisieren
Ist der zu galvanisierende Gegenstand extrem klein oder feingliedrig, z. B. ein Kettchen, genügend Elektrolyt in die Wanne geben – diese eventuell leicht kippen, damit das Objekt untertaucht. Den Galvanisierkopf (am besten mit Schwämmchen überzogen) in geringer Entfernung um den Gegenstand herumbewegen. Zum Versilbern und Vergolden den Edelstahlkopf, zum Vernickeln den Nickelkopf verwenden.
Der Strom fließt dabei vom Galvanokopf über den Elektrolyten zum Gegenstand, der mit dem Minuspol (–) der Stromquelle verbunden ist. Bei einer Kette darauf achten, dass zwischen nicht fest verbundenen Gliedern ausreichend guter Kontakt besteht – meist ist es praktischer, nicht den Gegenstand selbst, sondern ein Stückchen Draht als Verlängerung des Minuskabels anzuklemmen und damit den untergetauchten Gegenstand zu berühren. Auch Münzen u. Ä. lassen sich so besonders gut galvanisieren. Wenig gebrauchtes, noch sauberes Elektrolyt kann nach dem Galvanisieren zurückgefüllt und wiederverwendet werden.
2. Nichtmetallische Gegenstände galvanisieren
Während das Tampon-Galvanisieren noch mit Batterien möglich ist, ist für diese Technik ein Netzgerät unerlässlich. Da nichtmetallische Gegenstände den Strom nicht leiten, muss die Oberfläche zunächst mit Leitlack leitend gemacht werden. Den Leitlack mit einem weichen Pinsel auftragen und vollständig trocknen lassen, bevor mit dem Galvanisieren begonnen wird.
Den mit Leitlack beschichteten Gegenstand wie ein metallisches Objekt anschließen und in der Wanne galvanisieren. Da die Leitlackschicht empfindlich ist, müssen die Kontaktstellen entsprechend weich angelegt werden (z. B. mit Aluminiumfolie), damit die Lackschicht nicht verletzt wird. Es ist ratsam, zunächst mit niedriger Stromstärke und mehreren Kontaktstellen zu beginnen, bis sich eine erste Kupferschicht gebildet hat – erst danach auf normale Stromstärke erhöhen. Wird dieses „langsame Anfahren“ unterlassen, besteht die Gefahr, dass die Leitschicht an den Kontaktstellen verschmort.
Während der Gegenstand trocknet, das galvanische Bad vorbereiten: Ein Stück Draht (ca. 15 cm) an beiden Enden abisolieren und an die rechtwinklig gebogene Kupferanode anschließen. Die Anode so in die Wanne stellen, dass sie an den beiden senkrechten Wänden anliegt; zur Innenseite hin den Plastikschutz unmittelbar vor die Anode stellen (schützt vor Berührung und damit Kurzschluss).
Zunächst mit dem Kupfer-Elektrolyten galvanisieren: die Wanne füllen, Stromversorgung und Anordnung entsprechend vornehmen. Am zu galvanisierenden Gegenstand einen Draht oder Aluminiumstreifen befestigen und an der Minus-Klemme des Galvanisiergerätes anschließen. Die Anode unter Zwischenschaltung eines oder mehrerer Widerstände mit dem Galvanisierkopf (+) verbinden – Widerstände nur auf der Plus-Seite zwischenschalten. Alu-Folie ist oft besser geeignet als Draht, um empfindliche Gegenstände zu kontaktieren (z. B. ein Blatt an einem Ende mit Alu-Folie umwickeln und einen längeren Streifen aus der Wanne herausführen). Nach einiger Zeit die Anschlussstelle wechseln.
Wichtig: Die Klemmen dürfen nicht in das Elektrolyt gelangen – sie korrodieren sonst sehr schnell.

3. Spannung, Stromstärke und Widerstand richtig einstellen
a) Spannung: Wie beim Tamponverfahren wird eine Spannung von 3 Volt benötigt.
b) Stromstärke: Übliche Netzgeräte liefern ca. 200–300 mA. Wird mehr Strom entnommen (z. B. bei Kurzschluss), hält das Netzgerät dies auf Dauer nicht aus. Damit die Stromstärke nicht zu hoch wird, muss immer ein Widerstand von mindestens 4,7 Ohm vorgeschaltet werden (Kennzeichnung: 4R7 bzw. Farbstreifen Gelb, Violett, Gold/Gelb, Gold/Gelb von links). Die Stromstärke darf – auch bezogen auf die Fläche des Gegenstandes – weder zu hoch noch zu niedrig sein. Bei nur 2 cm² Oberfläche ergäben sich rechnerisch 140 mA/cm² bei 300 mA Gesamtstromstärke, was zu hoch ist. In solchen Fällen einen höheren Widerstand vorschalten (z. B. 10 Ohm, Kennzeichnung 10R bzw. Braun, Schwarz, Schwarz, Gold/Gelb, Gold/Gelb von links).
c) Der richtige Widerstand – Grundsätzliche Regel:
| Symptom | Ursache | Maßnahme |
| Abscheidung an Spitzen und Außenrändern rau, matt, rötlichbraun | Stromstärke zu hoch | Höheren Vorwiderstand einsetzen |
| Abscheidung in der Mitte des Gegenstandes rau und matt | Stromstärke für die Fläche zu gering | Fläche des Gegenstandes im Bad verkleinern (nur teilweise eintauchen), viel bewegen/drehen/wenden, damit keine Grenzlinien sichtbar werden |
Anhaltswerte für die Einschaltung eines Vorwiderstandes:

Die Widerstände können hintereinander geschaltet werden und addieren sich dann wie folgt:

Die Fläche und der zugehörige Widerstand lassen sich nicht genau angeben, da auch die Form des Gegenstandes eine
Rolle spielt. Z.B.: Ein flacher und zackiger Gegenstand ergibt andere Werte als ein kugelförmiges, glattes Objekt.
4. Galvanisierdauer
Bei einem stabilen Gegenstand (z. B. einer Nuss), der nur mit einer kupfernen Hülle umschlossen werden soll, werden ca. 3 Stunden benötigt – abhängig von der Größe. Nach dieser Zeit, oder auch zwischendurch, prüfen, ob die Schicht lückenlos und dick genug ist; unvollständig galvanisierte Stellen mit Leitlack ausbessern und erneut galvanisieren.
Soll dagegen ein Blatt verkupfert werden, damit es später als Schmuck dient, sind je nach Größe eventuell 10 Stunden oder mehr/weniger erforderlich – die Kupferschicht muss so dick sein, dass sie dem Gegenstand die nötige Stabilität verleiht.
Soll anschließend vergoldet werden, muss am Ende sorgfältig (am besten mit einer Lupe) geprüft werden, ob die Kupferschicht zum Untergrund noch durchlässig ist, da dies die Qualität der Goldauflage negativ beeinflussen kann. Neben dem richtig gewählten Vorschaltwiderstand ist wichtig, dass der Gegenstand öfter (mindestens jede Stunde, eher mehr) bewegt und in eine andere Lage gebracht wird, damit die Abscheidung gleichmäßig erfolgt. Die Anschlussstellen am Gegenstand immer wieder ändern, da sonst die Gefahr besteht, dass der Kontaktdraht mit dem Gegenstand „zusammenwächst“. Werden bei einer Kontrolle matte Stellen sichtbar, die Stromstärke sofort nach obiger Tabelle korrigieren.
Nach ausreichend dicker und schöner Auflage den Gegenstand gründlich unter fließendem Wasser spülen. Nach dem Trocknen kann eine Endpolitur zusätzlichen Glanz bringen; kleine Vertiefungen mit einer Zahnbürste und Metallputzmittel bearbeiten (Putzmittel dünn auftragen, trocknen lassen, dann erst bürsten).
Praxisbeispiel: Ein Lorbeerblatt verkupfern
Für diesen Versuch eignet sich z. B. ein beidseitig mit Leitlack beschichtetes Lorbeerblatt. Nach dem Trocknen einen Alufolienstreifen durch Umwickeln an einem Ende befestigen; der Streifen soll lang genug sein, um ihn außerhalb der Wanne anklemmen zu können. Bei einem mittelgroßen Blatt den Widerstand von 4,7 Ohm vorschalten und das Blatt (am Minuspol) ins Bad einhängen.
Es überzieht sich zwar sofort mit einer rosaroten Schicht, es dauert aber einige Zeit, bis sich eine glänzende Kupferschicht bildet. Nach ca. 15 Minuten das Blatt herausnehmen, die Kontaktstelle vorsichtig lösen und an die andere Seite des Blattes verlegen. Für Gegenstände, die schwimmen, kleine Käfige aus Draht herstellen, um das Objekt unter die Oberfläche zu zwingen. Den Draht nur an wenigen Stellen abisolieren – gerade so viel, wie für guten Kontakt notwendig ist, damit nicht der Draht selbst verkupfert wird und dadurch Stromstärke „wegnimmt“.
Zeigen sich matte, rötlichbraune Stellen an Spitzen und Rändern, ist die Stromstärke zu hoch – entsprechend korrigieren. Treten die matten Stellen eher zur Mitte des Gegenstandes auf, ist die Stromstärke zu schwach; den Gegenstand dann bezüglich seiner eingetauchten Fläche verkleinern (teilweise aus dem Bad herausragen lassen).
Ist ein Gegenstand mit schöner Kupferoberfläche vorhanden, kann er anschließend im Tamponverfahren vergoldet oder versilbert werden. Es empfiehlt sich, vor dem Vergolden oder Versilbern noch eine – nicht sehr dicke – Nickelschicht aufzutragen, da die Goldauflage sonst z. B. bei Erwärmung oder Sonneneinstrahlung teilweise „versinken“ kann. Die Nickelauflage stellt eine Sperrschicht dar.
Sollen nicht leitende Gegenstände galvanisiert werden, die im wässrigen Bad stark aufquellen oder sich vollsaugen (z. B. Holz), ist es unter Umständen erforderlich, den Gegenstand vor dem Leitlackauftrag zu isolieren – dazu eignet sich besonders Emaillack.
Bei langem Galvanisieren entstehen im Bad Rückstände, die hin und wieder abgefiltert werden müssen (Kaffeefilter). Die Anoden zwischendurch und nach Ende des Galvanisierens säubern. Kupferanoden lösen sich durch den Galvanisierprozess langsam auf und müssen schließlich ersetzt werden – dieser Effekt hat jedoch den Vorteil, dass die Kupferkonzentration im Bad nicht absinkt.

Zinnfiguren galvanisieren
Die Oberfläche der Figur muss blank poliert werden, am besten vorpoliert mit einer rotierenden Polierscheibe und einem Poliermittel ohne Anlaufschutz. Eine glänzende Oberfläche erreicht man bei weichen Metallen erst beim Nachpolieren ohne Putzmittel.
Grundsatz: Die galvanisch aufgetragene Schicht wird nur so blank und schön, wie die Oberfläche bei der Vorbereitung war.
Das am besten geeignete Verfahren für unregelmäßig geformte Figuren ist eine Kombination aus Bad- und Handgalvanisierstab. Zuerst wird verkupfert: Alkalischer Kupfer-I-Elektrolyt wird in die Wanne gegossen, gearbeitet wird jedoch mit dem Galvanisierstab. Die Figur wird an den Minuspol des Galvanisierstabs angeschlossen und (mit Gummihandschuh!) in den Elektrolyten getaucht, während man mit dem auf dem Handgerät aufgesetzten Kupferanodenkopf (mit Schwämmchen) die im Bad liegende Figur bestreicht. Ein direktes Berühren der Figur mit dem Schwämmchen ist nicht notwendig – wichtig ist, dass die Figur ständig umkreist wird, damit sich der Kupferauftrag über die gesamte Oberfläche verteilt. Am Ende muss eine deutlich sichtbare Kupferschicht vorhanden sein; nach dem Spülen die Kupferschicht zwischenpolieren.
Vor dem Versilbern oder Vergolden empfiehlt sich eine Sperrschicht aus Nickel – das Verfahren ist identisch zum Verkupfern, nur mit Nickel-Elektrolyt, Nickel-Anode (mit eingeprägtem Punkt gekennzeichnet) und grünem Nickel-Schwämmchen. Nach ggf. weiterem Zwischenpolieren wird schließlich vergoldet oder versilbert. In allen Bearbeitungsphasen zeigt sich, dass eine glänzende Metallisierung nur dort möglich ist, wo die Oberfläche poliert wurde. In unzugänglichen Vertiefungen und Falten bleibt die Oberfläche matt bzw. dunkel gefärbt, was jedoch meist einen begrüßenswerten Patina-Effekt ergibt.
Fehlerdiagnose: Warum funktioniert das Galvanisieren nicht?
| Prüfpunkt | Worauf achten |
| Anodenkopf/Schwämmchen | Richtigen Anodenkopf und passendes, sauberes Schwämmchen aufgesetzt? |
| Elektrolyt | Wird das richtige Elektrolyt für das Material verwendet? |
| Vorbereitung | Wurde der Gegenstand gründlich gereinigt und poliert, Schutzlack ggf. entfernt? |
| Stromfluss | Fließt tatsächlich die richtige Stromstärke (Test mit Glühbirnchen)? |
| Polarität | Ist Plus/Minus korrekt zugeordnet (Kartoffel-Test)? |
Führt das Überprüfen dieser Punkte zu keinem Ergebnis, einen neuen Versuch machen und dabei die Bedingungen stufenweise ändern – z. B. ein anderes Material verwenden (Messing oder Kupfer eignen sich am besten), um zu testen, ob dann eine Abscheidung erfolgt.