Beschichten mit Kaltglasur: Anleitung, Verarbeitung und Anwendungen

Kurz erklärt: Kaltglasur ist ein Zweikomponentenmaterial aus einem auf Epoxidharz basierenden Harz und einem Härter (cycloaliphatisches Diamin), das im Mischungsverhältnis 1:1 verarbeitet wird. Durch das Vermischen entsteht ein hochwertiger, lackartiger Flüssigkunststoff, der bei Raumtemperatur (18–20 °C) zu einem glänzenden, kratzfesten Überzug oder festen Formkörper aushärtet.
Was ist Kaltglasur und wofür wird sie verwendet?
Die transparente Kaltglasur kann als kratzfeste, chemikalienbeständige Lasur auf Kacheln, Vasen, Terrakotta-Schalen, Tischplatten, Modeschmuck, reliefartigen Bildern, selbstgegossenen Skulpturen aus keramischer Gießmasse oder modellierten Tonfiguren, Holzkästen, Dekorationsgegenständen aus Glas, Metall, Stein, Keramik, Pappe etc. aufgetragen werden. Sie ist transparent und kann mit Harz-Abtönfarben eingefärbt werden, sodass sich sowohl transparent-farbige als auch opake (emailartige) Glasurflächen herstellen lassen.
Kaltglasur ist lösungsmittelfrei, was den Anwendungsbereich erheblich erweitert. Sie kann auf Formteile aus Styropor aufgetragen bzw. zum Verkleben von Styropor mit anderen Materialien (GFK, Metall etc.) verwendet werden.

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Was lässt sich mit Kaltglasur beschichten oder verkleben?
| Bereich | Geeignete Materialien / Beispiele |
| Beschichten (transparent oder eingefärbt) | Kacheln, Vasen, Terrakotta-Schalen, Tischplatten, Modeschmuck, Reliefs, keramische Gießmassen, Tonfiguren, Holzkästen, Glas, Metall, Stein, Keramik, Pappe |
| Beschichten von Styropor | Formteile aus Styropor (lösungsmittelfrei, greift Styropor nicht an), auch zum Verkleben von Styropor mit GFK oder Metall |
| Verklebungen | Glas mit Metall, Holz mit Keramik, Metall mit Gips, Polyesterharz etc. – Ausnahme: haftet nicht auf Kunststoffen |
| Galvanotechnik | Teile werden mit Kaltglasur beschichtet und anschließend galvanisiert (die Glasur wird im Galvanobad nicht angelöst) |
| Landschaftsmodellbau | Imitation von Seen, Flüssen, bewegtem Wasser und Gischt |
Sicherheitshinweis und Erste Hilfe (bitte vor der Verarbeitung lesen)
• Bei der Verarbeitung möglichst Hautkontakt vermeiden – Schutzhandschuhe tragen.
• Beim Arbeiten mit Spritzpistolen unbedingt eine Schutzbrille tragen.
• Beim Verbrauch größerer Mengen die Vorschriften der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie („Merkblatt für die Verarbeitung von Polyester- und Epoxidharzen“) beachten.
• Bei Augen- oder Hautkontakt mit Kaltglasurharz, -härter oder dem Gemisch sofort mit fließendem, kaltem Wasser abspülen. Bei Augenkontakt sofort einen Augenarzt aufsuchen und mitteilen, dass die Verunreinigung mit einer Mischung erfolgte, die einen schwach alkalisch reagierenden Härter (cycloaliphatisches Diamin) enthält.
• Behälter geschlossen, kühl und trocken lagern.
Vermischen der Glasur
In separaten Messbechern wird jeweils die gleiche Menge Kaltglasurharz und -härter abgewogen und beide Materialien zusammen in einen Mischbecher gefüllt (z. B. 50 g Kaltglasurharz und 50 g Kaltglasurhärter). Beide Komponenten werden anschließend intensiv miteinander vermischt – danach ist die Glasur verarbeitungsfertig.
In diesem Zustand ist sie sehr dünnflüssig und eignet sich sehr gut zum Imprägnieren von Textilgeweben, z. B. für die Lampenschirmherstellung. Auf die imprägnierten Stoffe können zusätzlich Gegenstände aufgelegt und darin eingebettet werden. Sollte die Kaltglasur dafür nicht fließfähig genug sein, kann sie zusätzlich verdünnt werden (siehe „Kaltglasur verdünnen“).
Viskosität im Zeitverlauf – welche Konsistenz für welche Technik?
Die fertig gemischte Kaltglasur verändert mit zunehmender Zeit ihre Viskosität. Das eröffnet je nach Verarbeitungszeitpunkt unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten:
| Zeit nach dem Mischen | Konsistenz | Typische Anwendung |
| Direkt nach dem Mischen | sehr dünnflüssig | Imprägnieren von Textilgeweben (z. B. Lampenschirme) |
| nach ca. 30 Minuten | honigartig | Beschichten senkrechter Flächen (Vasen, Flaschen, Schalen) mit dem Spatel |
| nach ca. 60 Minuten | dickflüssig | Beschichten von Schmuckstücken (bombiert in Broschenschalen gefüllt); Reparatur von Porzellan (sirupartig, eingefärbt) |
| nach ca. 90 Minuten | zähflüssig | Tropfen- und Struktureffekte, Gischt-/Wellenimitation im Landschaftsmodellbau |
Wichtiger Hinweis zum Vorreagieren:
Wird die Glasur nicht sofort verarbeitet, muss sie in ein flaches Mischgefäß gefüllt werden und dort vorreagieren. Die Füllhöhe sollte 15–20 mm nicht überschreiten, da sie sonst zu schnell reagiert und innerhalb weniger Minuten fest und hart wird. Bei zu hohem Aufgießen in einem Gefäß verläuft die Wärmeentwicklung (Polyaddition) von oben nach unten und umgekehrt, wodurch eine Kettenreaktion eine sofortige, sehr kräftige Aushärtung auslöst.
Die Reaktionszeit (Aushärtezeit) lässt sich durch Wärme beschleunigen bzw. durch Kälte verzögern. Beim Erwärmen wird die Glasur zunächst wieder dünnflüssiger, härtet danach aber sehr schnell aus. Je nach Wärmeeinwirkung (z. B. mit einem Föhn oder durch Tempern im Back- oder Wärmeofen) lässt sich die Aushärtezeit auf 5–10 Minuten verkürzen.
Anwendungsbeispiele
Schmuckstücke beschichten
Zum Beschichten von Schmuckstücken – Broschen, Schmuckanhängern etc. – wird die Glasur erst verwendet, wenn sie bereits dickflüssig geworden ist. Dazu wird sie überhöht, also „bombiert“, in die Broschenschalen gefüllt, sodass die Füllungen der fertigen Broschen hinterher wie kostbare Schmucksteine aussehen.
Die transparente Glasur eignet sich außerdem zum Restaurieren von emaillierten Schildern und Zifferblättern. Für das Reparieren wertvoller Porzellanteile, z. B. der abgebrochenen Tülle einer Kaffeekanne, wird die eingefärbte Kaltglasur in sirupartiger Viskosität verwendet – damit wird die Reparaturstelle ganz dünn überzogen, wobei die Rissfuge von der Glasur perfekt überdeckt wird.
Schmuck-Sonderfall: Ring beschichten. Für diese Technik wird der Ring auf eine „Motorwelle“ gesteckt, die sich langsam dreht, während bereits dickflüssige Kaltglasur aufgetragen wird. Durch gezielte Wärmeeinwirkung wird die Glasur auf dem Ring wieder wärmer und dünnflüssiger, verläuft dabei gleichmäßig, verändert aber schon wenige Minuten später erneut ihre Viskosität und wird fest und hart. Diese Technik erfordert Know-how und Erfahrung, führt aber zu besonders hochwertigen Ergebnissen.
Vasen, Flaschen und Schalen beschichten
Senkrecht stehende Flächen (Vasen, Flaschen, Schalen) werden mit transparenter oder eingefärbter Kaltglasur in honigartiger Konsistenz beschichtet. Sie wird mit einem Spatel gleichmäßig verteilt, fließt dabei etwas nach unten ab und bildet eine dünne Flächenbeschichtung. Löcher oder freigebliebene Flächen werden durch „Hinschieben“ der Glasur mit dem Spatel geschlossen, sodass eine gleichmäßig glatte Oberfläche entsteht.
Es gibt auch die Möglichkeit, die Glasur tropfenförmig, also in unregelmäßiger Dicke mit unterschiedlich langen „Tropfnasen“, aufzubringen – besonders dekorativ mit verschieden eingefärbten Glasuren. Dazu wird die erste Glasur am Rand des Gefäßes in sirupartiger Konsistenz aufgetragen, die langsam daran abläuft. Anschließend folgt eine zweite oder dritte dickflüssige Glasurschicht, wahlweise daneben oder direkt auf die vorherige aufgespachtelt. Die Glasur kann auch direkt unterhalb einer bereits aufgetragenen Schicht aufgebracht werden, sodass beide ineinanderfließen und sich verbinden – das erzeugt interessante Farbeffekte. Kein Ergebnis gleicht dabei dem anderen: Es entstehen einzigartige Unikate.
Transparente Glasur für Holz- und Dekorflächen
Die transparente, nicht eingefärbte Glasur wird zum Beschichten schön gemaserter Holzoberflächen (Tischplatten, Holzscheiben, Zifferblätter, Griffe) verwendet. Kunstvoll bemalte oder mit Einlegearbeiten ausgestattete Holzdeckel von Schatullen, Kästchen für Spieluhren, Schmuckkästen, Schachbretter, bemalte oder eingefärbte Griffe aus Rohkeramik, Porzellan, Schalen, Terrakotta, gefärbte Untersetzer aus Gieß- oder Modelliermasse sowie Mosaikbilder erhalten mit transparenter Kaltglasur einen vergilbungsfreien, kratzfesten, spiegelglatten Überzug. Wird die Glasur dickflüssig aufgetragen, wird die Tiefenwirkung bei Bildern, Ornamenten oder Maserungen zusätzlich verstärkt.
Tabletts gestalten
Ein weiterer Anwendungsbereich, in dem die Glasur als chemikalienbeständiger Schutzlack dient, ist die Herstellung kunstvoller Tabletts. Das Tablett – ob aus Holz, Glas oder dünnem Metall – kann mit ausgeschnittenen Serviettenbildern, getrockneten Blumen und Gräsern, Briefmarken, Münzen oder anderen Gegenständen verziert werden. Nach dem Aufkleben der Dekorteile (mit dünnflüssiger Kaltglasur) wird der Tablettboden nochmals mit einer dickeren Kaltglasurschicht überzogen, sodass eine glatte, ebene Fläche entsteht.
Glasmalerei
Ein schön geformtes Glas, eine Vase oder Schale wird mit transparenter Glasmalfarbe bemalt. Nach dem Trocknen der Farbe wird das Gefäß vollständig mit transparenter Kaltglasur überzogen und ist nach dem Aushärten der Glasur spülmaschinenfest.
Farbeffekte gestalten
Mit Kaltglasur lassen sich einfache Gegenstände (z. B. eine Streichholzschachtel oder Cremedose) einfarbig beschichten. Raffinierter wird es, wenn zwei Farben nebeneinander aufgetragen werden: Die Farbabgrenzung lässt sich mit einem Streichholz ineinander verschieben, sodass die Farben wie die Zähne einer Säge ineinandergreifen.
Noch interessanter wird es, wenn auf eine farbige Glasurfläche eine Kontrastfarbe aufgetropft wird. Beispiel: Gegenstand mit blauer Kaltglasur grundieren, darauf einen Tropfen gelber Glasur aufbringen, ca. 1 Minute liegen lassen – der Punkt breitet sich dabei etwas in der blauen Glasur aus. Danach kann auf den gelben Farbpunkt noch eine weitere Farbglasur (z. B. Weiß oder ein helles Rot) aufgebracht werden.
Diese Technik lässt sich weiterführen: Ein Streichholz wird in die Mitte der Farbringe gesteckt und nach außen gezogen, sodass ein linienartiger Strich in das angrenzende blaue Farbfeld führt – dabei vermischen sich die Farben und es entstehen herrliche Zwischenfarbtöne. Wiederholt man das Ausziehen des Farbpunktes an anderen Stellen, entsteht ein sternförmiges Bild. Alternativ lassen sich mit einem Bleistift oder Zahnstocher Schleifen ziehen: vom Farbpunkt aus nach außen, eine Kurve beschreiben, wieder zurück ins Farbzentrum – und an anderer Stelle wiederholen. Die Linien bilden dabei den gewünschten farbigen Faden und ergeben anschließend wieder eine gleichmäßig glatte, geschlossene Oberfläche.
Der Trick mit der Kerze
Ein Gegenstand (z. B. eine Streichholzschachtel) wird mit weißer Kaltglasur beschichtet und ca. 60 Minuten vorreagieren gelassen. Danach wird ein kleiner Farbpunkt (z. B. Rot) aufgebracht. Der Gegenstand wird umgedreht, sodass die beschichtete Fläche nach unten zeigt, und ganz kurz über eine brennende Kerze gehalten (Abstand ca. 4–5 cm) – das muss sehr schnell gehen.
Durch die Wärme der Kerzenflamme wird die Glasur an dieser Stelle beim Überwegfahren wieder etwas flüssiger; gleichzeitig legt sich der Kerzenruß auf die Glasur und verfärbt sie grau bis schwarz. Durch das Umdrehen und sofortige Ablegen des Gegenstandes auf die Arbeitsfläche kommt die erwärmte Glasur in Bewegung: Die schwarze Rußfläche reißt auf und vermischt sich mit der weißen und der punktförmigen roten Fläche. Die Glasur verschwimmt ineinander und bildet dabei wieder eine gleichmäßig glatte Oberfläche. Das Schwarz des Rußes zieht sich wie ein feiner Schleier über die aufgerissen wirkende Glasuroberfläche und lässt dazwischen das Rot der aufgetropften Glasur erscheinen.
Diese Technik erfordert eigenes Experimentieren, insbesondere mit unterschiedlichen Farbkombinationen (auch mit drei oder vier Farben).
Wandlampen aus Kaltglasur herstellen
Aus einem Styroporblock wird das Modell einer Wandlampe ausgeschnitten – die Formgebung kann beliebig gestaltet werden, sodass ein einzigartiges Modell entsteht. Der fertige Styroporblock wird anschließend mit transparenter Kaltglasur überzogen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Glasur alle Vertiefungen und Flächen abdeckt. Kaltglasur enthält keine Lösungsmittel, greift Styropor also nicht an bzw. löst es nicht an.
Nach dem Aushärten dieser Grundschicht (bereits einen Tag später) wird die nächste Glasurschicht aufgetragen – wahlweise farblos oder eingefärbt mit transparenten Farben. Bestimmte Flächen oder Zwischenräume können auch mit opak eingefärbter Glasur beschichtet werden, je nach gewünschtem Kontrast oder Effekt; auch metallisch eingefärbte Glasuren eignen sich dafür. Wichtig ist lediglich, dass der größte Teil der Styroporfläche mit transparenter Glasur bedeckt bleibt, da der Gegenstand später als durchscheinender Lampenschirm dient.
Nach dem vollständigen Aushärten der zweiten Glasur (ca. 48 Stunden später) wird das fertige Kunstwerk umgedreht und von hinten mit einem Lösungsmittel (z. B. Nitro) übergossen. Dabei löst sich die Styroporschicht vollständig auf – zurück bleibt die farbige Glasurhaut, die vom Lösungsmittel nicht angegriffen wird. Zusätzlich lässt sich Oberflächenvlies oder Glasfasergewebe auf die Styroporfläche auflaminieren, wodurch der Schirm eine stabile Armierung sowie ein interessantes Strukturgewebe erhält, was die Optik der Durchsicht beim fertigen Lampenschirm zusätzlich verbessert.
Kaltglasur eignet sich ebenso zur Beschichtung von glasfaserverstärkten Polyesterformteilen, zum Binden von vorgeschäumtem Polystyrol sowie zur Beschichtung von geschäumtem Polystyrol mit Glasfasergeweben und -matten.
Landschaftsmodellbau: Wasser imitieren
Kaltglasur eignet sich sehr gut für die Imitation von Seen und Flüssen. Bewegtes Wasser, Gischt etc. wird mit der bereits zähflüssigen, fast sirupartigen Glasur hergestellt, die dazu nochmals kräftig aufgerührt wird, sodass die gewünschte Wellen- oder Gischtstruktur entsteht. Die Glasur kann dafür zusätzlich eingefärbt werden.
Verklebungen mit Kaltglasur
Kaltglasur verklebt aufgetragene Gegenstände fest miteinander. Sie eignet sich bevorzugt für Verklebungen, die hundertprozentig sicher sein müssen – vorausgesetzt, der Gegenstand wird während der Verklebungszeit (ca. 12 Stunden) nicht bewegt. Kaltglasur haftet auf allen Materialien mit Ausnahme von Kunststoffen, sodass sich viele Materialkombinationen verkleben lassen, z. B. Glas mit Metall, Holz mit Keramik, Metall mit Gips oder Polyesterharz.
Anwendung in der Galvanotechnik
Teile werden mit Kaltglasur beschichtet und danach galvanisiert. Die Glasur wird im Galvanobad nicht angelöst, was besonders bei der Herstellung von Schmuckstücken von Vorteil ist. Sollen Zinnteile mit Kaltglasur überzogen werden, werden sie vorher mit Salzsäure leicht angeraut und erst danach mit der Glasur überzogen.
Passend dazu: SELVA-Fachtipp „Galvanisieren mit der Heim-Galvano-Technik“
Kaltglasur verdünnen
Kaltglasur enthält keine Lösungsmittel, wodurch sie beim Aushärten nicht schrumpft. Im angerührten Zustand ist sie jedoch nicht für alle Anwendungstechniken dünn genug, sodass sie mit Kaltglasur-Verdünner vermischt werden muss – beispielsweise wenn Textilien (Lampenschirme, Kulissen, Stoffe) imprägniert werden sollen oder fest und hart werden müssen.
Dazu wird nur das Kaltglasurharz bis zu 10 % mit Kaltglasur-Verdünner vermischt. Anschließend wird das sehr dünnflüssige Kaltglasurharz wie üblich 1:1 mit Kaltglasurhärter vermischt, gut durchgerührt und verarbeitet. Die dünnflüssige Glasur kann selbstverständlich ebenfalls eingefärbt werden.
Kaltglasur im Spritzverfahren auftragen
Im Modellbau und für zahlreiche andere Dekorationszwecke wird Kaltglasur sehr dünnflüssig mit einer Airbrush- oder Spritzpistole aufgetragen (1,5er-Düse verwenden). Wichtig: Spritzpistole und Farbbehälter müssen innerhalb einer Stunde gründlich gereinigt werden – am besten mit Harz-Reiniger –, um ein Aushärten der Glasur im Werkzeug zu verhindern.
Die Glasuroberfläche: Lufteinschlüsse entfernen
Beim Aushärten glatter Flächen ist es wichtig, die Glasuroberfläche nach einer Vorreaktionszeit von ca. 60–120 Minuten mit einem weichen Pinsel vorsichtig zu überstreichen. Dabei werden die durch das Mischen der Glasur im Material verbliebenen mikrofeinen Lufteinschlüsse durch die feinen Pinselhaare aufgerissen. Der Pinsel berührt die Oberfläche dabei nur ganz leicht, was bereits ausreicht. Die Fläche sieht danach kurzzeitig wie eine „Kraterlandschaft“ aus, verläuft aber bereits kurze Zeit später wieder – die Oberfläche wird spiegelglatt, die Lufteinschlüsse sind beseitigt.
Chemische und physiologische Eigenschaften
Ausgehärtete Kaltglasur ist weitgehend beständig gegen Chemikalien, Säuren und Laugen sowie wasser- und witterungsbeständig. Keramik-, Steingut-, Ton-, Terrakotta- oder Porzellangegenstände, die mit der Glasur beschichtet wurden, sind spülmaschinenfest.
Bei der Verarbeitung der Kaltglasur ist Hautkontakt möglichst zu vermeiden (Schutzhandschuhe tragen); beim Arbeiten mit Spritzpistolen ist unbedingt eine Schutzbrille zu tragen. Beim Verbrauch großer Mengen sind die Vorschriften der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie zu beachten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert es, bis Kaltglasur aushärtet?
Kaltglasur benötigt mindestens 18 Stunden, um staubtrocken zu werden. Die endgültige Aushärtung ist nach 48 Stunden erreicht. Durch Erwärmung (z. B. mit einem Föhn oder im Backofen) lässt sich die Aushärtezeit auf 5–10 Minuten verkürzen.
Wie verdünne ich Kaltglasur?
Nur das Kaltglasurharz wird bis zu 10 % mit Kaltglasur-Verdünner vermischt. Anschließend wird das dünnflüssige Harz wie üblich 1:1 mit dem Härter vermischt, gut durchgerührt und verarbeitet.
Sind mit Kaltglasur beschichtete Gegenstände spülmaschinenfest?
Ja. Keramik-, Steingut-, Ton-, Terrakotta- oder Porzellangegenstände, die mit ausgehärteter Kaltglasur beschichtet wurden, sind spülmaschinenfest.
Wie entferne ich Lufteinschlüsse aus der Glasuroberfläche?
Nach einer Vorreaktionszeit von ca. 60–120 Minuten die Oberfläche vorsichtig mit einem weichen Pinsel überstreichen – die mikrofeinen Lufteinschlüsse werden dadurch aufgerissen und verlaufen kurz darauf zu einer spiegelglatten Fläche. Alternativ funktioniert Aufpusten oder ein Föhn mit kaltem Luftstrom im Abstand von 15–20 cm.
Kann man mit Kaltglasur auch Kunststoff verkleben?
Nein. Kaltglasur haftet auf nahezu allen Materialien (z. B. Glas, Metall, Holz, Keramik, Gips, Polyesterharz), mit Ausnahme von Kunststoffen.
Was mache ich, wenn ich Hautkontakt mit Kaltglasur hatte?
Verunreinigungen sofort mit fließendem, kaltem Wasser abspülen. Bei Augenkontakt sofort einen Augenarzt aufsuchen und mitteilen, dass es sich um eine Mischung mit einem schwach alkalisch reagierenden Härter (cycloaliphatisches Diamin) handelt.